E wie „Elferrat“

Elferrat

In heutigen Karnevals- und Faschingsvereinen hat der Elferrat vor allem organisatorische Aufgaben. Zum Beispiel plant diese Gruppe (der meist mehr als elf Personen angehören) Karnevalssitzungen, Umzüge und andere Veranstaltungen. Bei der Mehrzahl der traditionellen Vereine besteht der Elferrat ausschließlich aus Männern. In anderen Vereinen sind auch Frauen zugelassen bzw. stellen einen eigenen Rat.

Historisch betrachtet, hat der Elferrat auch eine politische Dimension. Die Elf ist nämlich nicht nur eine närrische Zahl, abgeleitet vom offiziellen Karnevalsbeginn am 11.11., sondern steht auch für das Motto der französischen Revolution „Egalité, Liberté, Fraternité“ (wobei die Reihenfolge der Wörter verändert wurde). E für Egalité, L für Liberté und F für Fraternité.

Als das linksrheinische Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Napoleons Truppen besetzt war, bekamen die Bürger (bei allen sonstigen Einschränkungen) ein Mehr an politischen Freiheiten. Mit der militärischen Niederlage Frankreichs wichen diese Freiheiten erneut der preußischen Restauration. Der Elferrat war in diesem Sinne ein Bekenntnis für die verloren gegangenen „demokratischen“ Rechte – und das unter dem Deckmantel karnevalistischer Narretei.