„Waggis“ bis „Weißnarr“

Waggis

Der Waggis ist ein sehr beliebtes Kostüm auf der Basler Fasnacht. Es stellt einen Elsässer Tagelöhner dar, der beim Gemüseanbau hilft. Seine wichtigsten Insignien sind die Nationalfarben Frankreichs (Blau, Weiß, Rot) sowie ein Gemüsenetz.

Die überdimensionale rote Nase, die die Holzmaske ziert, soll den angeblich großen Weinkonsum der verulkten Personengruppe aufs Korn nehmen. Auch sonst hat der Waggis ein markantes, aber kaum ein schmeichelndes Äußeres…

Weiberfastnacht

Traditionell werden die Faschings- und Karnevalsbräuche von Männern dominiert. Eine Ausnahme bildet die Weiberfastnacht (Kölsch „Wieverfastelovend“, „Schmutziger Donnerstag“), die am Donnerstag vor Rosenmontag gefeiert wird. An diesem Tag übernehmen die Frauen symbolisch die Macht und läuten zudem den Beginn des turbulenten Straßenkarnevals ein.

In vielen rheinischen Städten stürmen die Frauen die Rathäuser (wo tatsächlich meistens Männer regieren). Noch bekannter ist der Brauch, dass Frauen den Männern zur Weiberfastnacht die Krawatten abschneiden – als Ausdruck der gestutzten Männlichkeit. Wer zu Weiberfastnacht als Besucher im Rheinischen weilt, sollt sich darauf gefasst machen, dass diese Sitte tatsächlich praktiziert wird.

Die erste Weiberfastnacht der Karnevalsgeschichte wurde 1824 im Bonner Stadtteil Beuel gefeiert. Damals schlossen sich die Beueler Wäscherinnen zu einem Festkomitee zusammen, das die Teilnahme am Karneval durchsetzte.

Weißnarr

In der schwäbisch-alemannischen Fastnet tritt mancherorts der Weißnarr auf. Vor allem auf der Hochebene Baar und entlang des Neckars ist diese besonders kostümierte Fastnachtsfigur verbreitet.

Ein Weißnarr trägt ein weißes, mit Ölfarbe bemaltes Leinenkostüm (das Häs). Über seinen Schultern liegen Lederriemen, die mit schweren Bronzeglocken besetzt sind. Das Gesicht ist, wie bei einer Häs allgemein üblich, mit einer Holzmaske bedeckt. Je nach ihrer lokalen Tradition heißen die Weißnarren beispielsweise Hansel, Narro oder Gschell.