„Mainzer Fastnacht“ bis „Mutzen“

Mainzer Fastnacht

Die Mainzer Fastnacht (Meenzer Fassenacht) zählt zu den wichtigsten Karnevalsfeiern in Deutschland. In Mainz trifft man auf viele Elemente, die auch in anderen rheinischen Karnevalshochburgen wie Köln und Düsseldorf üblich sind, aber auch auf eigenständige Akzente.

Besonders stolz sind die Mainzer auf ihre politisch-literarische Tradition, die Mitte des 19. Jahrhunderts begann. Während der deutschen Märzrevolution 1848/49 stellten sich viele Karnevalisten auf die Seite der Revolutionäre. Noch heute sind manche Büttenreden in Mainz politischer und gesellschaftskritischer gehalten als anderswo in der Republik.

Eine weitere närrische Spezialität der Stadt sind die riesigen „Schwellköppe„, die beim Rosenmontagszug mitmarschieren. Auch der berühmte Narrhallamarsch stammt aus Mainz. Insgesamt beherbergt die Stadt über 70 Fastnachtsvereine (der erste wurde 1838 gegründet), die in einer Session über 200 Veranstaltungen organisieren.

Mainzer Fastnachtmuseum

Das Mainzer Fastnachtmuseum zeigt Exponate der Karnevalstradition dieser Stadt. Auf rund 350 Quadratmetern sind unter anderem Masken, Uniformen, Orden und Fotos ausgestellt. In vier kleinen Räumen widmet sich das Museum den verschiedenen Entwicklungsperioden seit 1837. Außerdem ist dem Mainzer Fastnachtmuseum ein Archiv mit über 20.000 Exponaten angegliedert.

Zur Homepage des Museums geht es hier.

Mardi Gras

Mardi Gras ist die französische Bezeichnung für den Karneval und heißt übersetzt eigentlich „fetter Dienstag“. Der Name kommt daher, dass am letzten Karnevalstag vor Aschermittwoch (Veilchendienstag) oft sehr fettreiche Speisen gegessen werden, da nun die vorösterliche Fastenzeit beginnt. Die ursprüngliche Bezeichnung für diesen Dienstag wurde im Laufe der Zeit auf die gesamte Karnevalszeit übertragen.

Mardi Gras wird nicht nur im katholischen Frankreich, sondern auch in anderen frankophonen Regionen der Welt bunt und fröhlich gefeiert. Dazu zählt der Osten Kanadas ebenso wie die Gegend um New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana. In New Orleans wird der berühmte Südstaaten-Karneval gefeiert.

Maske

Die Maske gehört zu den wichtigsten Insignien des Karnevals/Faschings in aller Welt. Sie anonymisiert ihren Träger und lässt ihn in viele verschiedene Rollen schlüpfen.

Bei der schwäbisch-alemannischen Fastnacht wird die Maske auch Larve genannt und ist fester Bestandteil des Fastnachtskostums (Häs). Die Holzmaske ist in der Regel kunstvoll gearbeitet, kann freundlich oder mürrisch blicken, und verkörpert eine klar definierte Fastnachtsfigur. Beim Karneval von Venedig wird zwischen Halb- oder Ganzmasken unterschieden – je nachdem, ob sie das ganze Gesicht oder nur die ober Gesichtshälfte verdecken. Die Ganzmaske Bauta besitzt ein vorgewölbtes Kinn, damit die Maskenträger problemlos essen und trinken können.

Ob großer Kostümball oder Kinderkarneval – stets wird der Maske besonders große Aufmerksamkeit gewidmet, da sie viel von der Persönlichkeit ihres Trägers bzw. von der dargestellten Figur ausdrücken kann.

Maskenball

Der Maskenball ist eine besondere Form des Kostümballs. Während einer solchen Veranstaltung, bei der das gemeinsame Tanzen und Feiern im Vordergrund steht, müssen alle teilnehmenden Männer und Frauen eine Gesichtsmaske tragen.

Maskenbälle haben im Karneval eine Jahrhunderte alte Tradition, die aber weniger vom einfachen Volk als von bürgerlichen Kreisen getragen wird. Insbesondere im venezianischen Karneval spielen Masken noch heute eine wichtige Rolle.

Möhnen

Die große Stunde der Möhnen schlägt bei der rheinischen Weiberfastnacht: Dann ziehen die Möhnen, die närrischen Weiber, zum Rathaus, um dort die Herrschaft der Männer zu brechen – jedenfalls für die Dauer des Karnevals.

Angeführt werden die Möhnengesellschaften von einer Präsidentin, der so genannten Obermöhne. Neben dem Sturm auf die Rathäuser pflegen die Möhnen noch weitere Traditionen, die vor allem zur Weiberfastnacht (zu „Altweiber“) ausgeübt werden. Dazu zählen eigene Karnevalssitzungen, die im Volksmund „Möhnekaffee“ oder „Möhneklatsch“ heißen, und bei denen Männer draußen bleiben müssen.

Im Erkelenzer Land (südlich von Mönchengladbach) gibt es außerdem den Brauch, Möhnen aus Draht und Plastik zu basteln. Diese lebensgroßen Figuren werden zum Karneval an Häusern und Bäumen befestigt.

Morgestraich

Am Fastnachtsmontag um 4 Uhr in der Früh beginnt die Basler Fasnacht mit dem „Morgestraich“: Zu dieser Auftaktveranstaltung kommen die Fasnachtscliquen (Fastnachtszünfte) in der Basler Innenstadt zusammen und stimmen mit Trommeln und Piccoloflöten gemeinsam den ersten Marsch, den Morgestraich, an. Diese Tradition begann in ihren wichtigsten Zügen bereits im Jahr 1835.

Für den Morgestraich wird das elektrische Licht in der ganzen Innenstadt gelöscht, einschließlich der Schaufensterbeleuchtungen. Die Cliquen tragen als Beleuchtung überdimensionale Laternen mit sich. Außerdem haben die meisten Teilnehmer kleine Kopflaternen.

Mummenschanz

Unter dem Begriff Mummenschanz werden verschiedene Bräuche zusammengefasst, die mit einer Maskerade einhergehen. Der in den Wintermonaten durchgeführte Mummenschanz hat seine Wurzeln in heidnischen Fruchtbarkeits- und Erneuerungsriten und ist mancherorts auch in die Fastnacht eingeflossen.

Das Wort Mummenschanz hat seine Wurzeln teilweise in dem mittelhochdeutschen Begriff für Würfelspiel. Und in der Tat gab es wohl im 16. Jahrhundert den Fastnachtsbrauch, in Verkleidung in fremde Häuser zu gehen, um dort ein Würfelspiel anzubieten.

Murga

Murga ist ein Begriff aus dem südamerikanischen Karneval. Er bezeichnet zum einen spezielle Musik- und Tanzgruppen, die in Uruguay und Argentinien populär sind – zum anderen den Karneval selbst.

Die Murga-Bands bestehen meist aus einem Männerchor und Musikern mit unterschiedlichen Schlaginstrumenten, vor allem Trommeln. Zu eingängigen Rhythmen besingen die Murgas gesellschaftliche Ereignisse der zurückliegenden Jahres und sparen dabei – wie im Karneval üblich – nicht mit Spott.

Der Murga-Karneval ist vor allem in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires (aber auch an anderen Orten am Fluss Rio de la Plata) weit verbreitet. Hier tragen die Karnevalisten eine Kostümierung aus Frack, Handschuhen und Hut, wobei jede Gruppierung eigene Ausdrucksformen und andere Farben benutzt. Zu den Karnevalsfeiern treten natürlich Murga-Bands mit phantasievollen Kostümen und einer festen Bühnenshow auf.

Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren es gebürtige Rheinländer, die den Karneval nach Südamerika exportierten. Seither hat er in den volksnahen Murgas sowie im Samba-Karnaval Brasiliens (nicht nur Rio de Janeiro) verschiedene Ausformungen gefunden.

Mutzen

Die Mutzen sind ein typisches, fettreiches Karnevalsgebäck, das aber auch zu Silvester gerne gegessen wird. Die Mutzen, die manchmal auch „Muzzen“ oder „Muzen“ geschrieben werden, sind vorwiegend in rheinischen Regionen sowie im Bergischen Land verbreitet.

Das Rezept für das Gebäck beinhaltet die Hauptzutaten Mehl, Eier und Zucker. Manchmal wird auch Quark hinzugegeben. Der Teig sollte dünn ausgerollt werden, bevor die Mutzen ausgeschnitten werden. Die rechteckigen oder rautenförmigen Mutzen werden in Öl gesotten und abschließend mit Zucker bestreut.